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Der im Jahre 1862 gegründete Oesterreichische Alpenverein (OeAV) ist heute mit seinen über 320.000 Mitgliedern (Stand 2006) die bei weitem größte Bergsteigervereinigung Österreichs.

Logo OeAV

Der OeAV ist eine gemeinnützige und parteiunabhängige Vereinigung mit folgenden Schwerpunkten: Wandern, Bergsteigen, Klettern, Reisen, Skifahren, Skitouren, Langlaufen, Natur- und Umweltschutz, Jugendarbeit, Seniorenbetreuung, Herausgabe von Publikationen, wissenschaftliche Tätigkeit und vieles mehr.

Ein wesentlicher Aufgabenbereich für den OeAV ist die Erhaltung seiner über 2400 Schutzhütten in Österreich und die Betreuung des alpinen Wegenetzes.

 

Die wichtigsten Ziele für die nächsten Jahre sind die umweltgerechte Ver- und Entsorgung der Schutzhütten sowie der Schutz der alpinen Regionen.

 

Der Oesterreichische Alpenverein - Idee und Struktur 

1862 Gründung des Oesterreichischen Alpenvereins

"...Als am 19. November 1862 im Grünen Saal der Akademie der Wissenschaften in Wien die Gründungsversammlung des "Alpenverein" abgehalten wird, sollte dies symptomatisch für die selbstgestellten Aufgaben sein: "Im Vordergrund sollte die wissenschaftliche Erforschung der Alpen stehen, daneben die Erleichterungsarbeit für das Bereisen der Gebirge"...

(Leseprobe aus Alpinismus in Wien, Herausgeber Peter Sova, Verlag Jugend und Volk)

Gegen die Wiener Gründung mit ihrem wissenschaftlichen Leitbild und ihrer zentralistischen Organisation erwuchs rasch eine Opposition unter dem Ötztaler Pfarrkurat Franz Senn. Senn schwebte eine Partnerschaft von erholungssuchenden Städtern und den Bergbewohnern vor, denn die Berge sollten allen, die sie genießen wollen, offen stehen. Die Errichtung von Wegen und Unterkunftshütten, die Ausbildung und Bereitstellung von Bergführern sowie die Herstellung von Karten und Führern, fanden Aufnahme in sein Programm.

Deutscher Alpenverein 1869 gegründet -

1873 Fusion mit OeAV zum DuOeAV 

1869 wurde mit Senns Ideen und seiner Mitwirkung von deutschen und österreichischen Bergsteigern der Deutsche Alpenverein gegründet. Nur drei Jahre später schlossen sich die beiden Alpenvereine zum Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein zusammen. Die neue Satzung war durch die Handschrift Senns geprägt. Der Verein wurde föderalistisch ausgerichtet und in selbstständige Sektionen gegliedert, die sich rasch über die gesamte Monarchie und Deutschland ausbreiteten. Die Sektionen übernahmen Arbeitsgebiete und begannen mit der Erschließung der Alpen, häufig mit Unterstützung wohlhabender Mäzene.

Der Verein wurde von Beginn an ehrenamtlich geführt. Die Vereinskanzlei mit dem Sekretär und den Mitarbeitern wechselte ihren Standort damals periodisch. Der Großteil der Vereinsmittel floss in Veröffentlichungen, in die Forschung und in kulturelle Aktivitäten.

Interesse am Naturschutz 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wandte man sich im Alpenverein neben den eigentlichen Vereinszielen zunehmend der Sorge um die Erhaltung des alpinen Urlandes zu. Dies führte 1927 zu einer Erweiterung der Satzung um den Arbeitsschwerpunkt " Erhaltung der Ursprünglichkeit und Schönheit des Hochgebirges".

Schon Jahre früher, nämlich 1918, waren dem Alpenverein 40 km² Grund im Gebiet des Großglockners-Pasterze vom Villacher Holzindustriellen Albert

Wirth mit dem Auftrag geschenkt worden, diese Flächen in einen Naturpark einzubringen. Weitere 280 km² in den Hohen Tauern konnten in den 30er-Jahren vom Staatsschatz erworben werden. Damit war der Grundstock für den Nationalpark Hohe Tauern gelegt.

Schwierige Nachkriegsjahre - der Alpenverein kämpft ums "Überleben" 

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für den Oesterreichischen Alpenverein ein schwieriger Weg zur neuerlichen Zulassung als Verein. Die Hütten der reichsdeutschen Sektionen des ehemaligen DuOeAV in Österreich wurden anfänglich vom Oesterreichischen Alpenverein treuhändisch verwaltet und konnten erst nach Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 wieder an die eigentlichen Besitzer, die nunmehrigen Sektionen des Deutschen Alpenvereins zurückgegeben werden. 

Der Alpenverein heute 

Bis heute arbeiten die befreundeten Vereine OeAV und DAV, sowie AVS (Alpenverein Südtirol) eng zusammen. Der Sitz des Oesterreichischen Alpenvereins ist in Innsbruck.

Der Hüttenbesitz der Alpenvereine wird mehr und mehr zu einer finanziell kaum mehr bewältigbaren Hürde. Trotzdem gilt der Alpenverein als Vorreiter für den Umweltschutz auf Schutzhütten. Besonderes Augenmerk wird auf die umweltgerechte Ver- und Entsorgung, aber auch auf entsprechende Bewirtschaftung gelegt.

Aber nicht nur im Bereich der Schutzhütten, sondern ganz allgemein in allen Bereichen des alpinen Natur- und Umweltschutzes und auf dem Gebiet der alpinen Raumordnung wurde der Alpenverein aktiv und entwickelte sich zum "Anwalt der Alpen".

Intensiv widmet sich der Alpenverein nach wie vor der Jugendarbeit. Indem er die Jugend an Natur- und Bergerlebnisse heranführt, leistet er einen wichtigen Dienst an der Gesellschaft.

Klettern, Tourenschilauf, Wandern oder Mountainbiking zählen derzeit zu den beliebtesten Aktivitäten der Alpenvereins-Mitglieder. In seinen Programmen ist der Alpenverein ständig um intensives Naturerlebnis und schonende Ausübung von Natursportarten bemüht.

Die Bergsteigerschule bietet hervorragende Aus- und Weiterbildung sowie Erlebniswochen im Sommer und Winter an.

Damit die Orientierung auch unter schwierigen Bedingungen klappt, unterhält der Alpenverein eine eigene Kartografie. Gemeinsam mit dem DAV werden die Kartenblätter bearbeitet. Zur Zeit sind 66 Karten der Ostalpen, sowie 16 Expeditionskarten, erhältlich.

Im Jahre 2006 zählt der Alpenverein 197 Sektionen und ist auf 320.000 Mitglieder angewachsen. Von den OeAV Sektionen werden ca. 240 Schutzhütten und 25.600 km Wanderwege betreut. Mit 12.000 Schlafstellen und beinahe genauso vielen Gastraumplätzen nimmt der Alpenverein den ersten Rang unter den größten Beherbergungsbetrieben Österreichs ein.

2017 - Ortsgruppe Neulengbach, Alpenverein - Gebirgsverein